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»Einerseits Urschwabe, andererseits Künstler und Puppen-Paradiesvogel scheint Bross im Märchen beiden Seiten nahe zu stehen: der Partei der »argen Lau im Topf, mal böse, bald auch gut«, ein Geisteswesen, das seinem Gatten, dem argen Nix, nur tote Kinder gebar, weil es immer so traurig ist, und das im Verlauf des Märchens von den Menschen das Lachen lernt; und dem Lager des Blaubeurer Bürger- und Bauernvolkes, etwa der drallen Wirtin, dem »frohen Biederweib, christlich, leutselig, gütig«. Herrlich, wie Bross vom Ton des Erzählers und der Hochsprache flugs in den derberen Jargon des Urschwaben verfällt, so wie er ja auch von jetzt auf nachher von Erzähler auf Puppenspieler umschaltet oder, zwischen den Akten, auf Bühnenbauer….
Ein Spiel, das nichts wäre ohne das erneut sehenswerte Bühnenbild von Bross’ Gattin Sibylle. Bis in Details erweckt sie den Blautopf und die beiden Welten um ihn herum zum Leben: die Wohnung der Wasserfrau auf dem Grund des Sees, in ein geheimnisvolles Blau getaucht wie hinter Schleiern, und die des Blaubeurer Menschenvolkes. Darin tummeln sich Bross’ Puppen, die zu Figuren, zu Typen werden: der dicke Abt, mit dem weit ausladenden Steiß, der freche Xaver, Sohn der Wirtin und Koch im Kloster, die schöne Lau mit ihren langen, schwarzen Haaren, die als Einzige im Spiel auch Nacktheit nicht scheut... Mörike hätte alle diese Typen wohl wiedererkannt«.
(Waiblinger Kreiszeitung, 21. September 2004)
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