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Ha no! Kabarett an Stäben?!
Eine ungewöhnliche Idee. Mit Hilfe von Texten des Stuttgarter Mundartdichters
Helmut Pfisterer leuchtet Veit Utz Bross die Untiefen der schwäbischen
Seele aus. Die Figuren stimmen bis ins Detail und entpuppen sich als Musterbeispiele
des typischen Schwaben, sie beginnen unter den Händen des Puppenspielers
zu leben.
Da sind Frau Häfele und ihr Gatte, der "wie es sich gehört" einen
Kleinbetrieb hat, ihr Null-Bock-Sohn und sogar ein Hund mit reinrassig schwäbischer
Lebenshaltung. Für genügend ironische Distanz sorgt die muntere Moderatorin,
Fräulein Luise. Bross bietet Kabarett in Reinform, das ja von der Diskrepanz
zwischen Gesagtem und dargestelltem Ausdruck lebt. Wer könnte das besser
mit ungerührter Miene durchhalten als eine Puppe?
Und Bross’ Figuren sind brillant gestaltet, Frau Häfeles Gesichtsausdruck,
z.B.: hochgezogene Augenbrauen, halbgeschlossene Lider und ein unnachahmlich
selbstgefälliger Zug um den Mund läßt ihre innere Grundhaltung klar
erkennen. Es ist verblüffend, wie Bross die Puppen Mensch werden läßt,
seine Stimmen- und Dialektvielfalt zum Einsatz bringt. Er führt die Stabpuppen
mit souveräner technischer Fertigkeit.
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