Puppentheater

VEIT UTZ BROSS

Langestr. 32
71332 Waiblingen
(direkt am Marktplatz)
Tel.: 07151 / 90 55 39

 

   

Waiblinger Kreiszeitung Samstag, 23. Februar 2008 – Rems-Murr-Kultur

Alle dürfen in seinem Keller ein Kasper sein

Das Theater unterm Regenbogen: »Multi-Kulti-Talent« Veit Utz Bross feiert Geburtstag und sein Theater gleich mit

Kasperle, Don Quichotte und Besine Stäuble. Sie alle gehören zum Inventar des Theaters unterm Regenbogen. Die steinernen Wände sind mit Lichterketten, venezianischen Masken und Marionetten geschmückt. Zum Jubiläum wollen alle gratulieren. Auch die wichtigen Herren.

Der Andrang der Gratulanten ist groß. Wer dem Jubilar seine Glückwünsche aussprechen möchte, muss sich deshalb zuerst einmal in der langen Schlange anstellen. Überall sind Blumensträuße und Geschenke verteilt. Veit Utz Bross weiß bald nicht mehr wohin mit all den Gaben. Aber er strahlt und ist glücklich. »Als ich heute morgen aufgestanden bin, war das ganze Haus voller Rosen. Ich weiß gar nicht, ob ich die alle verdient habe. Aber ich danke Euch allen von Herzen«, verkündet Bross in seiner kurzen Ansprache.

Natürlich ist das Puppentheater nicht erst seit zehn Jahren seine Leidenschaft. Schon mit sechzehn hatte Bross seine erste bezahlte Aufführung in Heidelberg. Das ist jetzt 43 Jahre her.

Heute ist er 59, und die zehn Jahre seines Theaters unterm Regenbogen sind wie im Flug vergangen. Obwohl sein ganzes Herzblut im Theater steckt, sind auch Sorgen damit verbunden. »Mindestens einmal im Jahr komme ich an einen Punkt, an dem ich alles hinschmeißen möchte«, gesteht Bross, »denn ein Theater ist ein Betrieb, bei dem kaum Geld reinkommt.«

Als er mit seinem Kasperletheater anfing, wurde er von vielen Kollegen kritisch beäugt. »Wie kannst Du nur ein Kasperletheater machen. Das interessiert doch niemanden mehr«, lauteten da die Einwände. Doch Bross ließ sich nicht beirren. Und er hatte Recht. Die Menschen kommen gern zu ihm. Sie sehen sich mit viel Freude seine Stücke mit den von seinem Vater und von ihm geschnitzten Marionetten an. Viel ist geschehen in den vergangenen zehn Jahren. Er beteiligte sich am Mörike-Jahr mit dem Stück »Die schöne Lau« und zeigte im Rahmen des Schillerpfads »Wilhelm Tell«.

Diesen Sommer möchte er auch sein Hinterhoftheater wieder eröffnen und versuchen, die Menschen in lauen Nächten weg vom heimischen Garten hin in sein Theater zu bewegen. Auch die im Auftrag der Stadt aufgeführten »Waiblinger Nachtgeschichten« stehen dieses Jahr auf dem Programm.

Für Landrat Fuchs ist man an diesem Abend nicht in die Katakomben Waiblingens herabgestiegen, um irgendwelche »Gsälzvorräte« zu besichtigen, sondern um die Kleinkunst zu ehren. »Mal ist er Animateur, mal Regisseur und dann wieder Barkeeper. Veit Utz Bross hat die Fäden in der Hand.« Zwar sind zehn Jahre kein historisches Ereignis, aber in diesen zehn Jahren hat Bross einen wertvollen Beitrag zum Kulturleben im Kreis geleistet. »Wir hoffen, dass er uns mit seinem kritischen Gesellschaftsspiel noch lange erhalten bleibt«, schloss Fuchs seine Rede auf das »Multi-Kulti-Talent« Als Präsent gab es einen Windsack in Regenbogenfarben. Damit Bross immer Rückenwind hat.

Auch OB Andreas Hesky hat nur lobende Worte. »Sie stiften Identität. Deshalb ist Ihr Theater weit über die Grenzen der Stadt bekannt. Die Stadt steht mit voller Kraft hinter Ihnen und Ihrem Theater«, stärkte nun der Stadtvorsteher dem Puppenspieler den Rücken.

Hesky, auf seine Art auch ein Kasperle, wollte denn doch kurz mal klarmachen, dass des Landrats Geschenk zu einem nicht kleinen Teil aus der Waiblinger Schatulle stammt – genauer 17 Prozent, gemäß der Umlage an den Kreis. Und wünschte Bross alles Gute für die »nächsten 10, 15 oder 100 Jahre«.

Silvia Dittinger

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